Alles neu macht der Mai...

...so auch auf meinem Blog, der Abenteuerbücherei. An dieser Stelle ein herzliches Willkommen, ein kleiner Definitionsversuch, was Abenteuer überhaupt sind und natürlich eine Vorausschau, was Euch auf meiner Seite künftig erwartet.

 

"Warst Du noch niemals Kapitän Nemo? Eingeschlossen in Deinem Unterseeboot, und die riesige Krake, das Biest, geht gegen Dich los? Hattest Du keine Angst, dass sie Dich zerquetscht in Deinem Boot?"

 

- Michael Ende: Die unendliche Geschichte

 

Eines muss vorweg geschrieben werden: Das Eingeständnis nämlich, dass das Unterfangen, den Begriff des Abenteuers auf seinen wesentlichen Seinsgehalt einzugrenzen, generell nur schwer zu bewerkstelligen zu sein scheint. Zu vielfältig sind die Wünsche, die Bedürfnisse und nicht selten auch die blinden Illusionen, nach welchen sich sehnt, wer das Abenteuer sucht. Für manche, wie auch für mich damals als Kind, beginnt das Abenteuer gleich hinter dem eigenen Gartenzaun; auf den Wiesen und Feldern und in den angrenzenden Wäldern des Nachbardorfs. Andere wiederum betrachten das Erklimmen der höchsten Berge, das Durchwandern der tiefsten Wüsten und menschenfeindlichsten Einöden als ihr einziges, ihr wahres Abenteuer. Dritte wiederum suchen das Abenteuer im Geiste und begeben sich mit ihren Büchern und der Kraft der Phantasie allein auf Abenteuerreise.

Ihnen allen ist jedoch einiges gemeinsam: Das Verlangen nach vor Aufregung berstender Brust. Das Streben nach der Reise auf die jenseitige Grenze des menschlichen Alltags. Der Wunsch, aus der Routine auszubrechen und Neuland zu betreten.

"Ich bin ein Reisender und ein Seefahrer, und jeden Tag entdecke ich eine neue Region in meiner Seele", beschrieb der libanesisch-amerikanische Philosoph Khalil Gibran einst seinen Drang nach Abenteuern. Dass sich dabei nicht jeder zum Sindbad eignet, der auf eigene Faust Schiffe bemannt, um fremde Gestaden zu besegeln, ist in dieser Hinsicht marginal. Dem Abenteuerer genügt nicht selten schon ein gutes Buch, um die Reiseberichte des wagemutigen Bagdader Kaufmanns nachzuerleben oder auch jene der weniger fiktiven Helden an Sindbads statt: Dem Kolumbus, dem Magellan, dem William Bligh und seiner meuternden Bounty-Crew und natürlich auch tollkühnen Draufgängern wie Klaus Störtebeker, dem Robin Hood Stralsunds.

Glücklich darf sich schätzen, wer von Kindesbeinen an mit Abenteuergeschichten aufgewachsen ist: Ob als Erzählung oder Roman, ob als Hörspiel oder Verfilmung – für ihn erschloss sich mit jedem Kapitel und mit jeder Szene eine neue, großartige Welt. Er durfte den tapferen Apachenhäuptling Winnetou durch die Prärie begleiten, mit Kapitän Nemo die Tiefen des Meeres erkunden und sich mit Indiana Jones auf die Suche nach der legendenumwobenen Bundeslade begeben. Glücklicher darf sich allerdings fühlen, wer sich auch heute noch an Abenteuern zu erfreuen vermag. Denn "für ein gutes Abenteuer", schrieb die österreichische Philosophin Lisz Hirn jüngst, "ist man niemals zu alt. Nur zu langweilig."

Was aber ist Abenteuer nun? Die Beantwortung dieser Frage sei an dieser Stelle jedem selbst überlassen. Bleiben wir am besten dabei, dass sich das Abenteuer aus sich selbst heraus für jeden von uns einzigartig definiert. Oder wie der norwegische Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun einst trefflich anmerkte: "Das Abenteuer steckt im Abenteuer."

 

In der Abenteuerbücherei möchte auch ich von meinen Abenteuern erzählen; hauptsächlich denen im Bereich der Literatur. In zeitlich sicher unregelmäßigen Abständen mag ich Euch jene Bücher präsentieren, die ich derzeit lese; alte und neue Klassiker, aber auch unbekannte Meisterwerke der Abenteuerliteratur aus diversen – und nicht immer nur historischen – Gattungen. Auf meinem Blog möchte ich Euch Anregungen zum Mit- und Weiterlesen geben. Wenn ich dabei den ein oder anderen unter Euch zu eigenen Abenteuern animieren kann, freut mich das natürlich besonders.

 

Bis dahin eine vergnügliche Zeit und viel Spaß beim Schmökern!

 

 

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